Montag, 20. Oktober 2014

Warum? Ein "kleiner" Exkurs zum Highlight 3 ;)

Warum ?


Ist die Frage, die mir viele Bekannte, Freunde und Kinder in den letzten Jahren stellten, wenn es um's Patchworken oder Stricken und neuerdings auch um's Spinnen geht.

"Warum schneidet man die Stoffe auseinander, wenn man sie hinterher wieder zusammennäht?" war die Frage vieler Erwachsenen. Nun: es ist mein Hobby, ich bin kreativ, schaffe etwas mit den Händen, kann mich hinterher damit wärmen,.....es gibt soooo viele Gründe.

"Warum strickst du Socken? Wir kaufen die immer im Laden." 
Das war bisher wohl die häufigste Frage und Feststellung,  die mir die Freunde meiner Kinder stellten, als sie klein waren. Danach folgte die Frage "Und wie geht das?" oder an ihre Mama gerichtet "Cool, kannst du das auch, Mama?" Ganz abgesehen davon, dass auch Ladensocken nicht einfach vom Himmel fallen und plötzlich da sind, waren die Antworten meiner Kinder zu solchen Fragen meistens schön, manchmal herzerwärmend und gelegentlich urkomisch.

Schön fand ich es immer, wenn Liebtöchterlein als Grundschulkind feststellte "Mama strickt Socken, weil die soooo schön kuschelig und warm sind." Herzerwärmend war, wenn der kleinere Bruder im Brustton der Überzeugung feststellte: "Meine Socken sind so schön, weil sie mit viel Liebe gemacht sind". Urkomisch und amüsiert war ich einige Jahre später, als wieder gefragt wurde "Warum strickt deine Mama? " und er genervt antwortete "weil sie's kann".
Meine Familie lässt mich gewähren. Der eine oder die andere lässt sich auch mal bestricken und alles war gut.   

Bis heute 
*schmunzel*

Seit meinem ersten Spinnkurs-Tag mit Meike habe ich heimlich, still und leise davon geträumt, irgendwann ein Spinnrad mein eigen zu nennen. Und nun ist dieser Traum ganz plötzlich Wirklichkeit geworden.Genau wie mein plötzlicher Spinnkurs von fast einem auf den anderen Tag, ist mir auch das Rad gerade so über den Weg "gelaufen".  Es war einfach da ;)

Ich wollte einfach mal so bei e.ay sehen, was so geboten wird. Ein Louet-Rad sollte es sein, denn auf einem solchen habe ich die ersten Spinnversuche gemacht. Mit dem Gedanken "dafür bekommst du es niemals", gab ich aus Spaß ein Gebot ab und 3,2,1...
naja..den Rest kennt ihr ;)

Hier ist es nun (eigentlich mein Weihnachtsgeschenk) MEIN SPINNRAD und ich bin sooo stolz. Es hat schon die ein oder andere kleine Blessur davongetragen, es ist halt gebraucht, aber es läuft prima und ich bin glücklich damit.

Dies war der Zeitpunkt, an dem sich nun aber auch meine Familie die Frage stellte "Warum? Du hast doch noch Wolle."

Meine Lieben, lasst euch gesagt sein:

 Das Wort Wolle kommt von wollen, nicht von "brauchen".
 ;-)

 
Und dann weiß ich nicht, ob mir eines Tages wirklich so ein tolles Garn gelingt, dass nicht aussieht wie ein Docht oder ein Regenwurm. Eines, das sich nicht kringelt und wirklich gleichmäßig und fein ist. Ich glaube bis dahin habe ich noch einen langen Weg vor mir. Ich überlege im Moment auch noch gar nicht, was genau aus meiner selbstgesponnenen Wolle einmal werden soll. Zur Zeit spinne ich einfach drauf los, ganz ohne Ziel und Erfolgsdruck.

Ich nehme mir kleine Auszeiten im Alltag und ich gebe mir Zeit, geduldig das Treten zu üben, damit es gleichmäßig wird, die Wolle zu zupfen und die Fasern zu führen.
Ich genieße jeden Schritt und jeden dieser kleinen Momente "sinn"losen Experimentierens. Niemand treibt mich zur Eile an. Ich erkenne zwar, dass ich noch nicht viel kann und weiß, gleichzeitig spüre ich aber, dass ich lerne. Ich genieße es, einfach nur Freude haben zu dürfen an meinem Tun, ganz egal wie holprig das Ergebnis auch sein mag.

Es macht mir nichts, wenn ich zur Zeit eher Dochtgarn herstelle. Denn wisst ihr was? Ich bin glücklich. Dazusitzen und mich ganz auf mich und mein Spinnrad (Mein Spinnrad!) zu konzentrieren, auf uns zwei, auf die Stille im Zimmer nach einem hektischen Tag, auf das Drehen des Rades, den wirbelnden Spinnflügel, das Drehen des Fadens zwischen Daumen und Zeigefinger, bis ich ihn laufen lasse, auf die Bewegung meines Fußes … All das macht mich so schön still, so zufrieden, ganz egal wie oft der Faden auch reißt oder ob die Spule voller Kringel steckt.
Und irgendwann...irgendwann gelingt auch mir sicherlich ein gleichmäßiger, feiner Faden

1 Kommentar:

  1. All diese Dingen müssen von Herzen kommen,dann ist man glücklich und zufrieden.
    So wie Du es bist.
    Ich weiß, das ist ein herrliches Gefühl.
    Liebe Grüße, Sabine

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